Gesundheitsnews

Sicherer Badespaß für Kinder

Verhaltensregeln und Tipps für Eltern

Nachricht vom 23.06.2017

 Gemeinsames Badevergnügen sichert nicht nur gemeinsame Momente, sondern Sicherheit für das Kind.

In der heißen Jahreszeit suchen viele Kinder kühle Erfrischung im Wasser. Damit das Badevergnügen mit einem Lächeln und keinem Unfall endet, gibt die Barmer GEK Verhaltenstipps für Eltern. Laut der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) gehört Ertrinken zu den häufigsten unfallbedingten Todesursachen bei Kindern. Auch Beinahe-Ertrinkungsunfälle geschehen nicht selten. Denn die Gefahr, die vom Wasser gerade für Kleinkinder ausgeht, kann leicht von Eltern unterschätzt werden. Bei älteren Kindern besteht hingegen das Risiko, ihre Schwimmfähigkeit zu überschätzen. Egal ob im Freibad, im See, im Meer oder im Schwimmbecken heimischer Gärten – Experten der Barmer GEK rufen Eltern und Kinder dazu auf, zur Sicherheit einige Verhaltensregeln zu beachten.

Flache Becken sind nicht ungefährlich

Auch, wenn die heimischen Schwimmbecken mit ihrer geringen Tiefe eher harmlos wirken – für Kleinkinder können sie durchaus gefährlich werden. Denn aufgrund ihres Körperbaus können kleine Kinder schon im flachen Wasser ertrinken: „Weil ihr Kopf im Verhältnis zum restlichen Körper relativ groß ist, verlieren Kinder leicht den Halt. Wenn sie dann mit dem Gesicht ins Wasser fallen, löst das eine Art Schockstarre aus. Die Stimmritze im Rachenraum schließt sich und macht das Atmen unmöglich“, erläutert Dr. Utta Petzold, Medizinerin bei der Barmer GEK. Wie beugen Eltern diesem sogenannten trockenen Ertrinken vor? Wichtig ist es, mögliche Gefahrenquellen wie Brunnen, Regentonne oder den Gartenteich durch Abdeckungen, Zäune oder Ähnliches zu schützen. Während des Badevergnügens der Kleinkinder ist es wichtig, den Nachwuchs ohne Unterbrechung im Auge zu behalten.

Badespaß unter ständiger Aufsicht

Aber auch beim Badespaß außerhalb des eigenen Gartens gilt es, die Kinder ständig zu beaufsichtigen. Denn im schlimmsten Fall schützen Schwimmflügel oder Schwimmreifen Kleinkinder nicht. Die Medizinerin erklärt, warum: „Auch mit diesen Schwimmhilfen kann der Kopf des Kindes unter Wasser geraten, so dass es sich nicht wieder von alleine aufrichten kann.“

Mit gutem Beispiel voran

Was Kinder oftmals kaum erwarten können, sollten sie tatsächlich schnell lernen: Das Schwimmen. Doch trotzdem sollten Eltern ihren Nachwuchs im Auge behalten, denn gegen den starken Sog der Ansauganlagen der Freibäder können die kleinen Schwimmer nur schwer ankommen. Darüber hinaus gilt: Dem Reiz des Verbotenen widerstehen und nur an ausgewiesenen Badestellen das Badevergnügen suchen. Da Eltern Vorbilder sind, gilt das auch für Erwachsene.

Verhaltensregeln im schlimmsten Fall

  • Den Betroffenen sofort aus dem Wasser ziehen und in eine Decke hüllen. So wird einer Unterkühlung vorgebeugt
  • Den Notarzt unter der Notrufnummer 112 rufen
  • Bei Bewusstlosigkeit: Stabile Seitenlage und Wiederbelebungsmaßnahmen einleiten
  • Selbst, wenn der Betroffene nur wenig Wasser geschluckt hat, sollte ein Arzt im Krankenhaus ausschließen, dass Wasser in die unteren Atemwege gelangt ist. Denn in solch einem Falle besteht die Gefahr auf eine spätere Entzündung oder auf ein Lungenödem.

Julia Schmidt/Barmer GEK

Rückenschmerzen bei Kindern

Bewegung hält den Rücken gesund

Nachricht vom 22.06.2017

 Ab nach draußen! Unternehmungen im Freien machen Spaß und sorgen für Bewegung.

Rückenschmerzen zählen inzwischen zu den häufigsten Beschwerden bei Kindern und Jugendlichen. Die Stiftung Kindergesundheit informiert über Ursachen und verrät Maßnahmen für die Rückengesundheit. Rückschmerzen gelten als typisches Erwachsenenleiden. „Inzwischen haben jedoch mehrere große Untersuchungen ergeben, dass Rückenschmerzen auch bei Kindern und Jugendlichen ein weit verbreitetes Phänomen sind und in den letzten Jahren massiv zugenommen haben“, berichtet der Kinder- und Jugendarzt Prof. Dr. Berthold Koletzko, Vorsitzender der Stiftung Kindergesundheit. Was steckt hinter diesem so rasant zunehmenden Problem?

Wirbelsäulenveränderungen ausschließen lassen

Bei etwa 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen mit Rückenschmerzen liegt eine Wirbelsäulenveränderung zugrunde, zum Beispiel eine Skoliose (seitlich verkrümmte Wirbelsäule) oder ein Morbus Scheuermann (Verknöcherungsstörung der Wirbelsäule). Bei beiden Erkrankungen ist die Behandlung umso erfolgsversprechender, je früher sie beginnt. Regelmäßige Rückenschmerzen sollten deshalb zu einem Kinder- und Jugendarzt führen, um eine Wirbelsäulenerkrankung abzuklären.

Kinderrücken leiden unter Bewegungsmangel

Bei der Mehrheit der Kinder und Jugendlichen mit Rückenschmerzen besteht jedoch keine krankhafte Wirbelsäulenveränderung. Kinder- und Jugendärzte vermuten hier andere Gründe für die Rückenbeschwerden, etwa Fehlhaltungen und Bewegungsmangel. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt für Kinder und Jugendliche eine moderate bis starke Aktivität über mindestens 60 Minuten pro Tag – im Idealfall an mindestens fünf Tagen pro Woche. Dieser Richtwert wird in Deutschland gegenwärtig nur von 27,5 Prozent der 3- bis 17-Jährigen erreicht. Je älter die Kinder, umso geringer ihre Alltagsaktivität. Eine gewichtige Rolle dabei spielen moderne Medien. Smartphone, PC, Fernseher und PlayStation beanspruchen immer mehr Zeit von Kindern und Jugendlichen. Das viele Sitzen belastet den Rücken und begünstigt die Entwicklung von Übergewicht. Die Stiftung Kindergesundheit appelliert deshalb an alle Eltern, Kinder zu mehr Bewegung zu motivieren.

Tipps für eine gesunde und rückenfreundliche Entwicklung von Kindern

  • Die Freizeit aktiv gestalten! Lieber mit dem Rad fahren oder zu Fuß gehen, anstatt das Auto zu benutzen. Gemeinsame Spiele und Ausflüge mit dem Nachwuchs machen Spaß und bereichern Gesundheit und Familienleben gleichermaßen.
  • Einen ergonomischen Schulranzen kaufen! Der Ranzen sollte eng am Körper anliegen und über ein rutschfestes Rückenteil verfügen sowie über mindestens vier Zentimeter breite und gepolsterte Tragegurte. Schwere Inhalte in körpernahen Fächern verstauen und keinen unnötigen Ballast mitschleppen, sondern den Inhalt täglich neu packen.
  • Spielpartner organisieren oder Sportvereinen beitreten. Wer allein spielt, bewegt sich wenig. Sportvereine fördern Freundschaften und soziale Kontakte. In der Regel findet jedes Kind eine Sportart, die es mag.
  • Den Medienkonsum der Kinder kontrollieren und begrenzen. Für Grundschulkinder genügt eine Stunde Fernsehen, Internet oder DVD am Tag. Dauert ein Film mal länger, wird dafür an einem anderen Tag auf das Medium verzichtet. Filme und Sendungen am besten im Vorfeld gemeinsam mit dem Kind auswählen.

Sandra Göbel/Stiftung Kindergesundheit

Herzdruckmassage rettet Leben

Richtig handeln im Notfall

Nachricht vom 21.06.2017

 Bei einem plötzlichen Herzstillstand ist für den Helfer entscheidend, unmittelbar nach dem Notruf mit der Herzdruckmassage zu beginnen.

Jährlich sterben etwa 65.000 Menschen in Deutschland am plötzlichen Herztod. Viele der Todesfälle ließen sich durch Reanimation verhindern – doch ungeübte Ersthelfer reagieren häufig falsch. Nach dem Herzstillstand zählt jede Sekunde. Dennoch führen Helfer häufig keine angemessene Wiederbelebung durch. Der Kardiologe und Notfallmediziner Dr. Dietrich Andresen beklagt: „Leider erleben wir es immer wieder, dass der Ersthelfer nach Absetzen des Notrufs nicht sofort mit der Herzdruckmassage beginnt. Stattdessen lässt er das Opfer allein, um einen Defibrillator zu suchen. Lebenswichtige Minuten, in denen das Gehirn nicht mit Sauerstoff versorgt wird, gehen verloren. Minuten, in der die Überlebenschancen des Patienten rapide sinken.“

Wiederbelebung muss sofort und ohne Pause erfolgen

Häufig vermeiden Ersthelfer die Herzdruckmassage aus Angst vor Fehlern. Doch ohne sofortige Reanimation kommt es durch die Unterbrechung des Blutkreislaufs und mangelnde Sauerstoffversorgung schon nach wenigen Minuten zum Gehirntod beim Betroffenen. Ein Automatisierter Externer Defibrillator (AED) für daheim – auch „Laien-Defibrillator“ genannt – beseitigt zwar den Herzstillstand, ist aber nur ergänzend zur Herzdruckmassage sinnvoll, um keine wertvolle Zeit zu verlieren. Bestenfalls sind mindestens zwei Helfer zur Stelle: Während der eine den AED holt, führt der andere durchgängig die Herzdruckmassage aus.

Weitere Informationen

Einen kostenfreien Herznotfall-Ratgeber der Deutsche Herzstiftung können Sie hier bestellen. Einen kurzen Film zur richtigen Durchführung der Herzdruckmassage sehen Sie hier. Quelle: Deutsche Herzstiftung

Leonard Olberts

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